Newsletter August 2025

Workshop: Klimakonferenz-Simulation: Können wir das 1,5-Grad-Ziel erreichen?

In die Welt der internationalen Klimapolitik eintauchen – das konnten Stipendiat*innen und Alumni beim Workshop mit Thomas Lanners. Stipendiat Benjamin Hahn berichtet von der Klimakonferenz-Simulation an diesem Tag.

Klimakonferenz-Simulation Workshop mit Thomas Lanners

Erfahrungsbericht

von Benjamin Hahn

„Kann das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens eingehalten werden?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt unserer Klimakonferenzsimulation. Unter der fachkundigen Leitung von Thomas Lanners beschäftigten wir uns damit, welche Maßnahmen durchgeführt werden müssen, um die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad bis 2100 einhalten zu können. Im Fokus stand hierbei besonders die Frage, wie sich verschiedene Staaten und Akteure (z.B. aus Politik, Zivilgesellschaft und Industrie) trotz unterschiedlicher Interessen auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können. Deshalb ging es nicht nur darum zu erkunden, welche Maßnahmen am effektivsten sind, sondern auch darum, möglichst viele Interessensgruppen zu überzeugen, diese auch umzusetzen. Doch bevor wir mit unserer Konferenz begannen, gab uns Thomas Lanners eine kurze Einführung in die Thematik des Klimawandels. Dazu zeigte er uns eindrücklich, wie sich die jährlichen Durchschnittstemperaturen und der CO₂-Gehalt der Atmosphäre seit Beginn der Aufzeichnungen verändert haben. Besonders die Frage nach den Folgen der Erderwärmung und deren Verursachung wurde diskutiert, indem wir Daten zu den ausgestoßenen CO₂-Emissionen im internationalen Ländervergleich sowie die Pro-Kopf Emissionen der einzelnen Länder betrachteten, wodurch sich zeigte, dass viele Länder des Globalen Südens weniger Emissionen pro Person verursachen und dass Länder des Globalen Nordens, wie z.B. die USA oder Deutschland, für einen Großteil der kumulierten Emissionen verantwortlich sind.

Benjamin Hahn

Benjamin Hahn | Stipendiat, Englische Literaturwissenschaft (Master), Universität Konstanz

»Ein Stimmungsbild unter den Seminarteilnehmern hat gezeigt, dass der Klimawandel ein wichtiges und alltägliches Thema geworden ist und zugleich große Sorgen auslöst.«

Für das Planspiel bildeten wir 8 verschiedene Interessensgruppen: „Länder des Globalen Südens“, „Länder des Globalen Nordens“, „Fossile Energiewirtschaft“, „Klimaaktivist*innen“, „Erneuerbare Energien“, „Land- und Forstwirtschaft“, „Industrie und Handel“ und „Mobilität und Transport“. Als Grundlage für die Konferenz erarbeiteten wir die Hauptinteressen und -sorgen der einzelnen Akteure und überlegten, welche Maßnahme vorgeschlagen werden könnten, um die Erderwärmung zu begrenzen. Diese bildeten unsere Verhandlungsposition für die Konferenz. So vertraten wir in der Gruppe „Mobilität und Transport“, beispielsweise die Interessen der Automobil-, Schiffs-, Flugzeughersteller sowie der Transport- und Logistikunternehmen wie die Deutsche Bahn. Stellvertretend für diese Akteure waren wir grundsätzlich bereit für eine Umstellung auf erneuerbare Antriebe, hatten jedoch Sorge vor einer zu schnellen und starken CO₂-Bepreisung und einem Anstieg der Kosten. Als Basis für die späteren Verhandlungen und zur Evaluation der Wirksamkeit unserer Maßnahmen, stellte uns Thomas Lanners das Simulationsprogramm EN-Roads vor, welches basierend auf aktuellen Entwicklungen ein Szenario für die Erderwärmung bis zum Jahr 2100 aufzeigt. Zusätzlich lassen sich hier zahlreiche Parameter wie etwa die Zusammensetzung unserer Energieversorgung, die Anzahl von Elektroautos, der Grad der Aufforstung oder das Bevölkerungswachstum anpassen, um nur einige zu nennen. In EN-Roads zeigt sich, wie diese Parameter den Temperaturanstieg, aber auch den CO₂-Gehalt der Atmosphäre, den Anstieg des Meeresspiegels, die Energiekosten und vieles mehr beeinflussen. Dadurch konnten wir genau vorhersagen und beobachten, wie sich die vorgeschlagenen Maßnahmen auf das Klima und die Erderwärmung auswirken würden.

Für die simulierte Klimakonferenz stellte jede Interessensgruppe nacheinander eine Maßnahme vor, wie man dem Klimawandel am besten entgegenwirken kann, ohne die eigenen Interessen zu verletzen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen wurden in EN-Roads eingegeben und von allen auf ihre Vor- und Nachteile hin diskutiert. Dabei kam es oft zu gegensätzlichen Meinungen und lebhaften Diskussionen sowie zu Anpassungen der vorgeschlagenen Maßnahmen, um die anwesenden Vertreter*innen doch noch zu überzeugen. Bei der anschließenden Abstimmung musste es zu einer einfachen Mehrheit (4 von 7 Gruppen) kommen. Nur dann wurde eine Maßnahme als Teil unseres Maßnahmenkataloges aufgenommen. Die Aufforstung von Waldflächen erhielt beispielsweise breitere Unterstützung als die Erhöhung der CO₂-Bepreisung, welche sich hier als die wirkungsvollste, aber auch kontroverseste Maßnahme herausstellte und zunächst abgelehnt, jedoch später in abgewandelter Form angenommen wurde. Nach langen Diskussionen haben wir es am Ende durch einen Maßnahmenkatalog in unserer Simulation geschafft, den Anstieg des CO₂-Gehaltes der Atmosphäre deutlich zu verlangsamen.

Der Workshop hat uns einen nachhaltigen Einblick in die Welt der Klimapolitik gegeben und gezeigt, wie kompliziert es ist, verschiedene Interessen und Vorschläge abzuwägen und als Gruppe einen gemeinsamen Konsens zu erreichen. Dies hat uns vor Augen geführt, warum es oft so schwierig ist, sich international auf ein gemeinsames Vorgehen gegen den Klimawandel zu einigen. Auch wenn eine Einhaltung des Pariser Klimaabkommens zunehmend unwahrscheinlicher erscheint, blicke ich vorsichtig optimistisch in die Zukunft, denn die Konferenz-Simulation hat uns gezeigt, dass es nicht unmöglich ist – wenn wir es schaffen, uns zu einigen!

Klimaschutz & Klimabildung fördern – Den Klimawandel in seiner Komplexität verstehen

Mit Klimabildung Klimaschutz fördern – das macht „myclimate Deutschland“ mit seinen wirkungs- und lösungsorientierten Bildungsangeboten. Wir haben mit dem Teamleiter Thomas Lanners gesprochen, der aus seiner Sicht einen Blick auf Klimaschutz und die von ihm angeleitete Klimakonferenzsimulation mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten wirft.

Thomas Lanners

Thomas Lanners | Geoökologe, Teamleiter Bildung, myclimate Deutschland; Bild: myclimate Deutschland/Janosch Menger

Im Rahmen von Workshops simulieren Sie zusammen mit den Teilnehmenden eine Klimakonferenz. Wie setzen Sie dies im Planspiel konkret um?
Nach einer Einführung zum aktuellen Stand der Klimaforschung teilen wir die Teilnehmenden in verschiedene Interessengruppen auf, wie Energieunternehmen, Industrie und Wirtschaft, Verkehr und Mobilität, Landwirtschaft, sowie Regierunen und zivilgesellschaftliche Organisationen. Nach der Einarbeitung in ihre Rolle, entwickelt jede Gruppe spezifische Klimaschutzmaßnahmen, die sie mit der En-ROADS-Software auf ihre Wirksamkeit testen. Durch die Software können die Teilnehmenden die Auswirkungen ihrer Maßnahmen auf den Temperaturanstieg und viele weitere Felder direkt sehen und verstehen, wie verschiedene Maßnahmen zusammenwirken. Am Ende präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse, diskutieren und verhandeln gemeinsam die besten Ansätze für effektiven Klimaschutz.

Was möchten Sie den Teilnehmenden mit der Klimakonferenzsimulation vermitteln?
Durch die Klimakonferenzsimulation möchten wir den Teilnehmenden ein tiefes Verständnis für die komplexen Zusammenhänge zwischen Energie, Landnutzung, Industrie, Verkehr und Politik vermitteln. Sie sollen erkennen, dass effektiver Klimaschutz eine Kombination verschiedener Maßnahmen erfordert und die wirtschaftlichen, sozialen und entwicklungspolitischen Auswirkungen dieser Maßnahmen verstehen. Zudem sollen sie die Bedeutung von Verhandlungen und internationaler Zusammenarbeit erfahren und motiviert werden, sich für evidenzbasierte Klimaschutzlösungen in ihren eigenen Organisationen und Gemeinschaften einzusetzen.

Was haben Sie selbst vom Planspiel mit den Stipendiaten und Alumni mitgenommen?
Mitgenommen habe ich, dass die Diskussionen zwischen den Vertreter*innen der einzelnen Interessensgruppen richtig lebhaft und intensiv waren. Es war nicht einfach, einen gemeinsamen Kompromiss zu finden, ganz so wie das in der Realität einer Klimakonferenz der Fall ist. Das Niveau der Diskussionen war hoch, und einige Teilnehmende konnten tiefes Fachwissen einbringen, was die Qualität der Debatten enorm steigerte. Die Moderation der Diskussionen hat mir viel Spaß gemacht, da die Interaktion mit den gut informierten und engagierten Teilnehmenden bereichernd und inspirierend war.

»Es ist wichtig, dass wir mit angemessener Dringlichkeit aktiv werden und jede und jeden bestmöglich mitnehmen. Durch gemeinsames Lernen kann gemeinsames Handeln entstehen – Bildung ist daher ein großer Hebel.«

Was motiviert Sie, sich für Klimabildung und Klimaschutz zu engagieren?
Was mich motiviert, ist die Tatsache, dass viele Menschen den Klimawandel in seiner Komplexität nicht verstehen und daher weitermachen, als wäre nichts. Es wird beispielsweise als ein Umweltproblem betrachtet, das sich durch einfache Maßnahmen beseitigen lässt – wie ein verschmutztes Gewässer, das man reinigen kann. Leider geht es aber darum, dass wir durch unser Handeln unseren Planeten systematisch und für uns erstmal unumkehrbar aufheizen und das für uns eine existenzielle Bedrohung darstellt. Das ist mittlerweile auch durch Messdaten aus den letzten 150 Jahren bestens dokumentiert. Daher ist es wichtig, dass wir mit angemessener Dringlichkeit aktiv werden und jede und jeden bestmöglich mitnehmen. Durch gemeinsames Lernen kann gemeinsames Handeln entstehen – Bildung ist daher ein großer Hebel. Besonders schön ist es für mich als Referent, wenn ich in unseren Formaten „Aha-Momente“ auslösen kann, wo Menschen zum ersten Mal das Gefühl haben, den Themenkomplex wirklich verstanden zu haben.

Wie kann jeder von uns noch heute für den Klimaschutz aktiv werden?
Ich weiß natürlich aus eigener Erfahrung, dass es oft mühseliger ist, sich für die klimafreundliche Alternative zu entscheiden. Daher würde ich ansetzen bei einfachen Maßnahmen: Machen Sie sich einen wöchentlichen Speiseplan und eine Einkaufsliste, damit zu Hause möglichst wenig Lebensmittel weggeworfen werden. Probieren Sie auch mal Rezepte ohne Fleisch aus. Achten Sie auf eine effiziente Einstellung der Heizung, nutzen Sie für kurze Strecken das Fahrrad und wählen Sie Urlaubsziele aus, die man ohne Flugzeug erreicht. Vor allem: Sprechen Sie mit Familie und Freunden über das Thema und ihre Möglichkeiten. Trotz alledem ist die Politik als erstes in der Pflicht, damit Rahmenbedingungen geschaffen, in der die klimafreundliche Alternative einfach, niedrigschwellig und günstig ist.

Welche Klimaschutzmaßnahmen ergreifen Sie persönlich in Ihrem Alltag?
Ich habe mich vor 5 Jahren von meinem Auto verabschiedet, was mir in meiner derzeitigen Wohnsituation in der Stadt einfach gefallen ist, und nutze Fahrrad & ÖPNV. Für Dienstreisen bin ich ausschließlich per Zug unterwegs. Urlaub mit dem Flugzeug haben wir früher regelmäßig gemacht, die letzten Jahre ging es dann per Zug nach Südfrankreich, Polen, Österreich oder Italien, mitsamt Frau, Kind und Hund. Das geht alles, wenn man gut plant. Aktuell habe ich mir Batterie-Speicher für mein Balkonkraftwerk angeschafft, so kann ich meinen Solarstrom für den Abend und die Nacht speichern, einen Großteil meines Verbrauchs ohne Strom aus dem Netz abdecken und somit auf Dauer viel Geld sparen. Außerdem engagiere ich mich im örtlichen Nachhaltigkeitsverein, mit dem wir Klimaschutzmaßnahmen für das Viertel gemeinschaftlich vorantreiben. Aktuell versuchen wir einen Lastenrad-Verleih umzusetzen. Am Ende macht es am meisten Spaß, wenn man sich zusammentut und gemeinsam die Lebensqualität in seinem Umfeld steigert, mit positiven Effekten für Umwelt und das Klima.

Wochenendfahrt 2025: Austausch, Achtsamkeit & Begegnung

Im Mai 2025 fand eine weitere Wochenendfahrt mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung statt. Neben einem Workshop zum Thema Achtsamkeit und Stressreduktion mit Manuela Koschwitz bot die Veranstaltung viel Raum für persönliche Begegnungen und intensiven Austausch. Stipendiat Anton Kaiser berichtet von dem Wochenende.

Wochenendfahrt 2025 – Stipendiatinnen und Stipendiaten der Dr. Arthur Pfungst-Stiftung

Erfahrungsbericht

von Anton Kaiser

Was passiert, wenn sich eine Gruppe von Stipendiat*innen bewusst Zeit nimmt, um abzuschalten und gemeinsam neue Wege zu mehr Achtsamkeit und Stressreduktion zu erkunden? Die diesjährige Wochenendfahrt der Dr. Arthur Pfungst-Stiftung im idyllisch gelegenen Gruppenhaus „Mühle Bachprinz“ im Odenwald hat genau das erfahrbar gemacht – und dabei für intensive Gemeinschaftsmomente gesorgt. Schon beim Grillen am Freitagabend entstand eine offene und herzliche Atmosphäre, in der Gespräche ganz natürlich ins Rollen kamen und die die Stimmung für das gesamte Wochenende prägte.
Es hatte fast etwas Ironisches: Ein Wochenende gegen Stress, das am Samstagmorgen schon um 9 Uhr mit dem Workshop startete. Manuela, unsere Dozentin und erfahrene Theaterpädagogin, nahm uns mit in die Welt der Achtsamkeit. Nach einer offenen Vorstellungsrunde, in der wir unsere größten Stressfaktoren benannten, folgten Grundlagenwissen sowie Atemübungen und Meditationen – kleine Ruheinseln, die ich als besonders wohltuend empfand.

Anton Kaiser | Stipendiat, IT-Systems Engineering (Master), Universität Potsdam

»Schon beim Grillen am ersten Abend entstand eine offene und herzliche Atmosphäre, in der Gespräche ganz natürlich ins Rollen kamen […].«

Nach der Mittagspause fanden wir uns in Kleingruppen zu den Themen Prokrastination, Perfektionismus oder die gesundheitlichen Folgen von Stress zusammen. In diesen Gruppen entwickelten sich schnell intensive Diskussionen, die nicht nur neue Perspektiven eröffneten, sondern auch echte Lösungsansätze für persönliche Herausforderungen boten. Am Samstagnachmittag brachte ein entspannter Spaziergang durch den umliegenden Wald neue Energie und bot Raum für tiefere Gespräche abseits des Workshop-Programms. Die Schönheit des Odenwalds zu erleben, war dabei eine willkommene Abwechslung. Besonders wertvoll war auch die Zeit außerhalb des offiziellen Programms: Beim gemeinsamen Kickern oder Dartspielen am Abend, beim Essen oder auch zwischendurch boten sich reichlich Gelegenheiten für ungezwungene und ehrliche Gespräche, die oft unerwartet in die Tiefe gingen. Während einige abends bei einer kleinen Massagerunde entspannten, sorgten Spiele wie „Hitster“ und „Just One“ für viel gemeinsamen Spaß und ein echtes Gemeinschaftsgefühl.
Am Sonntagmorgen führte uns Kim mit einer entspannenden Traumreise in ihren Input zum Thema Psychoonkologie ein. Sie erzählte von ihrem Engagement für krebskranke Kinder im Sport-Buddy-Programm und griff dabei Themen auf, die bewegen: Tod, Trauer, Abschied – und gleichzeitig die Wertschätzung für den Augenblick, für das Hier und Jetzt. Zum Abschluss schrieben wir einen Brief an unser zukünftiges Ich, voller positiver Gedanken, persönlicher Wünsche und Ziele für die kommenden Monate.

Mit dem guten Gefühl, neue Impulse mitgenommen und alte wie neue Freundschaften vertieft zu haben, blicke ich auf ein Wochenende zurück, das mehr als nur Entschleunigung gebracht hat. Es hat mich daran erinnert, wie wohltuend ehrlicher Austausch, gemeinsames Innehalten und Momente der Achtsamkeit gerade im hektischen Studienalltag sein können.

Stammtisch „Umweltethik“: Verwoben mit der Natur – Wenn alles mit allem verbunden ist

Die Umwelt schützen – aber was bedeutet das eigentlich? Und warum tun wir das? Darum ging es beim Online-Stammtisch für Stipendiat*innen und Alumni Anfang Juli. Stipendiatin Alexa Schäffler gab den Teilnehmenden eine Einführung in das Thema Umweltethik und in die Welt der Vogelstimmen. Eine Zusammenfassung vom Abend.

Umweltethik – Natur und Ökosystem
Bild: www.freepik.com

Stipendiatin Alexa Schäffler, Biologiestudentin an der TU München, gab in ihrem Impuls zum Thema Umweltethik eine Einführung in das Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Tierwelt und zeigte, warum ein bewusstes Miteinander mit unserer Umwelt so wichtig ist. Die Umweltethik beschäftigt sich damit, welchen Wert die Natur bzw. unsere Umwelt hat und warum sie schützenswert ist. Im ersten Vortragsteil führte Alexa die Teilnehmenden in verschiedene wissenschaftliche Perspektiven zur Bedeutung der Natur ein: vom anthropozentrischen Ansatz (Natur als Ressource für den Menschen) bis hin zum physiozentrischen Ansatz, der den Eigenwert der Natur betont. Dazu kommen verschiedene Argumente, die vom ästhetischen Wert (die Schönheit der Natur) über die Rolle der Natur für unser Leben und unsere Grundbedürfnisse bis hin zur moralischen Verantwortung des Menschen gegenüber Tieren reichen.

Im zweiten Teil der Präsentation zeigte Stipendiatin Alexa auf, wie komplex und wertvoll Ökosysteme sind. Anhand von Beispielen veranschaulichte sie, wie Insekten, Pflanzen und Vögel miteinander in Beziehung stehen: Vögel füttern Jungtiere, kontrollieren Insektenpopulationen und bestäuben Pflanzen. Insekten wiederum bestäuben Pflanzen und dienen Vögeln als Nahrung. Pflanzen bieten Lebensraum und Nahrung für viele Arten. Aber nicht nur das: „Auch wir Menschen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Ohne Bestäubung, keine Nahrung“, verdeutlichte Biologiestudentin Alexa Schäffler in ihrem Impulsvortrag. Welchen negativen Einfluss hier die Landwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden haben kann, verdeutlichte umso mehr, wie wichtig es ist, Ökosysteme zu erhalten und zu schützen.

Vogelstimmen und Artenvielfalt – Umweltethik Stammtisch
Bild: www.freepik.com / rawpixel.com

Rund 300 Vogelarten gibt es in Deutschland. Die häufigsten sind Haussperling, Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Star.

Ein Vogelstimmen-Quiz war das Highlight des Abends und zeigte die Vielfalt heimischer Vogelarten. Dabei wurde auch auf bedrohte Arten hingewiesen, wie die Goldammer, die bereits auf der Vorwarnliste steht. Spielerisch konnten die Teilnehmenden beim Quiz mit raten und versuchen zu erkennen, welcher Vogel da gerade singt: Amsel, Mönchsgrasmücke, Buchfink oder Star?
In einer lebendigen Abschlussdiskussion wurde deutlich, dass Umweltbewusstsein oft im Kleinen beginnt, eben zum Beispiel beim genauen Hinhören von Vogelstimmen. Und, dass Natur nicht nur schön anzusehen oder nützlich ist, sondern komplex und lebenswichtig ist und einen Eigenwert hat. Die Umweltethik hilft uns dabei, diese verschiedenen Sichtweisen zu verstehen und verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen.


Mehr über Vögel erfahren:

  • NABU-Vogelporträts Steckbriefe und Bilder von 314 Vogelarten in Deutschland: www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/portraets/index.html | Als App: „NABU Vogelwelt“ für iOS und Android
  • NABU-Vogelpodcast „Reingezwitschert“: Zu hören gibt es Tipps für Vogelfans, Fun Facts über die Vogelwelt und reichlich Gezwitscher. Der Podcast kann bei allen gängigen Portalen abonniert und über Apps abgerufen werden.
  • Vogelbestimmung mit der „Merlin Bird ID App“: Ein kostenloses Tool zur Vogelbestimmung, das sowohl Foto- als auch Sounderkennung bietet. Es ist sowohl für iOS als auch für Android verfügbar.

Aufgenommene Stipendiat*innen – Teil 2

In der letzten Newsletterausgabe (April 2025) haben wir bereits sechs Stipendiatinnen und Stipendiaten vorgestellt, die wir zu Jahresbeginn neu in das Förderprogramm aufgenommen haben. Nun stellen wir Ihnen die anderen sechs Studierenden vor.

Anton Kaiser | IT-Systems Engineering (Master), Universität Potsdam

„Kurzfristig möchte ich Softwareentwickler werden und möglichst viel von meinem Umfeld lernen. Langfristig möchte ich Teamleiter von kleinen bis mittelgroßen Teams sein und andere Menschen, vor allem mit schwierigen Startbedingungen, fördern – gerne in Entwicklungsprojekten im Bereich Nachhaltigkeit oder Bildungsgerechtigkeit.“

Sandra Kebede | Friedens- und Konfliktforschung (Master), Universität Frankfurt am Main

„Das Schaffen von internationalen Begegnungen ist für mich immer ein Herzensthema gewesen. Durch eine Karriere im politischen Projektmanagement, möchte ich zu einer krisenresilienten Gesellschaft beitragen, die ganzheitliche Lösungen entwickeln kann.“

Stipendiatin | Versicherungsmathematik

„Mathematik war schon immer meine Leidenschaft, da ich es liebe, komplexe Probleme zu analysieren. Durch eine Hochschulberatung entdeckte ich den Beruf der Versicherungsmathematikerin, der mein Interesse an Mathematik mit der Analyse von Risiken kombiniert.“

Mathilda Kröker

Mathilda Kröker | Interdisziplinäre Europastudien (Master), Universität Augsburg

„Mein berufliches Ziel ist es, mithilfe der im Studium erlangten Kenntnisse, für Menschenrechte einzutreten, sei es bei einer europäischen Institution, einem deutschen Ministerium oder einer Nichtregierungsorganisation.“

Santiago Paulus-Gómez | Bauingenieurwesen (Master), Technische Universität München

„Eines Tages möchte ich innovative und nachhaltige Lösungen für den Immobilienmarkt entwickeln. Angesichts des demografischen Wachstums, stagnierender Digitalisierung, Wohnknappheit und des Klimawandels wird dies eine wichtige gesellschaftliche Rolle spielen.“

Katharina Reich | Molekulare Biomedizin (Master), Universität Düsseldorf

„Nach meinem Master möchte ich promovieren. Insbesondere möchte ich mich in der Krebsforschung engagieren und dazu beitragen, die Krankheit besser zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln.“