Newsletter April 2025

In dieser und in der nächsten Newsletterausgabe stellen wir die Stipendiatinnen und Stipendiaten vor, die wir im Dezember 2024 neu in das Förderprogramm aufgenommen haben. Den Anfang machen sechs von den insgesamt elf neu geförderten Studierenden.

Hamza Aly

Hamza Aly | Elektro- und Informationstechnik (Bachelor), Hochschule Düsseldorf

„Durch das Stipendium habe ich für alle Fragen, die mich betreffen, einen Ansprechpartner. Das hatte ich zuvor nicht und war mit vielen Herausforderungen auf mich allein gestellt. Durch die Bildungsangebote der Stiftung und den Erfahrungen der anderen Stipendiaten und Alumni kann ich mich zudem weiterentwickeln und über mich hinauswachsen.“

Emma Gronbach

Emma Gronbach | Physik grüner Technologien (Bachelor), Universität Marburg

„Im besten Fall kann ich durch meinen späteren Beruf zu Problemlösungen unserer Zeit beitragen bzw. ungelöste Rätsel der Wissenschaft aufklären. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich durch mein Tun die Gesellschaft bereichern kann.“

Benjamin Hahn

Benjamin Hahn | Englische Literaturwissenschaft (Master), Universität Konstanz

„Ich liebe es, mich mit einem Thema oder einem Text tiefer zu beschäftigen und die Bedeutungen dahinter zu erkunden, aber auch Wissen aus verschiedenen Bereichen miteinander zu verknüpfen, die auf den ersten Blick unzusammenhängend erscheinen.“

Anna Hüttinger | Water Science and Engineering (Master), Karlsruhe Institut für Technologie

„Ich interessiere mich sehr für Umweltschutz und habe im Bachelor Umweltnaturwissenschaften studiert. Dabei habe ich festgestellt, dass mich besonders der Schadstofftransport im Untergrund mit dem Grundwasser fasziniert und deswegen möchte ich mich jetzt im Master darauf spezialisieren.“

Eryka Ihnatkova | Deutsch & Englisch (Lehramt Gymnasium, Staatsexamen), Universität Frankfurt am Main

„Meine größte Motivation kommt von meinem Wunsch, die Bildungschancen von Menschen zu verbessern und gesellschaftliche Teilhabe durch Sprache zu fördern. Das Ziel, Lehrerin zu werden und durch Bildung zur Integration beizutragen, treibt mich täglich an. Die Herausforderungen, die ich als Migrantin in Deutschland erlebt habe, haben meine Motivation und meinen Ehrgeiz weiter gestärkt.“

Kimberly James

Kimberly James | Klinische Psychologie und Psychotherapie (Master), Universität Frankfurt am Main

„Ich engagiere mich seit jeher für Projekte gegen Rassismus und Diskriminierung, geprägt durch meine eigenen Erfahrungen und meinen persönlichen Hintergrund. Diese Arbeit ist und bleibt für mich ein wichtiger Bereich, in dem ich auch zukünftig ehrenamtlich aktiv sein möchte, um ein respektvolles und inklusives Miteinander zu fördern.“

Seit 2017 ist die Dr. Arthur Pfungst-Stiftung Förderer des Deutschlandstipendiums. Emma Pauline Gronbach ist neue Deutschlandstipendiatin der Stiftung. Sie studiert an der Universität Marburg den Bachelorstudiengang „Physik grüner Technologien“. Wir stellen nachfolgend einige Eckdaten zum Deutschlandstipendium vor.

Deutschlandstipendium – Förderung der Dr. Arthur Pfungst-Stiftung

Mit dem Deutschlandstipendium unterstützt die Bundesregierung seit 2011 begabte, leistungsfähige und gesellschaftlich engagierte Studierende. Es wird einkommensunabhängig gewährt, auch neben einer BAföG-Förderung. Von dem Stipendium profitieren jedes Jahr viele Tausend Studierende in ganz Deutschland. Durch das Stipendium erhalten sie neben ihrem Studium Raum für Engagement und ihre persönliche Entwicklung. Dafür sorgen private Förderinnen und Förderer – darunter Stiftungen, Vereine, Privatpersonen und Unternehmen. Sie übernehmen bewusst gesellschaftliche Verantwortung für talentierte Studierende aller Fachrichtungen an staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen und investieren damit in die Ausbildung der Spitzenkräfte von morgen.

Das Deutschlandstipendium steht für eine neue Stipendienkultur und ist die größte öffentlich-private Partnerschaft im deutschen Bildungsbereich. Es trägt zur Sicherung der Fachkräftebasis sowie zur Profilbildung der Hochschulen bei und stärkt das Miteinander auch im regionalen Umfeld: Bund, Fördernde und Hochschulen unterstützen gemeinsam junge Menschen bei der Entfaltung ihrer Talente. So entstehen auch vor Ort starke Netzwerke, von denen der gesamte Wissenschaftsstandort Deutschland profitiert. Die Dr. Arthur Pfungst-Stiftung schätzt es sehr, Teil dieses Netzwerkes zu sein.

Weitere Informationen zum Deutschlandstipendium: www.deutschlandstipendium.de

Infografik: Ablauf des Deutschlandstipendiums
Deutschlandstipendium – aktuelle Zahlen 2023

Im Februar fand die Veranstaltung „Vernetzte Verführungen. Wie wir uns gegen die neuen Dark Arts der Konsumindustrie wehren können“ mit Prof. Dr. Jörg Tropp statt. Stipendiat Hamza Aly berichtet vom Workshoptag.

Workshop Vernetzte Verführungen mit Prof. Dr. Jörg Tropp

Erfahrungsbericht

von Hamza Aly

Stellen Sie sich vor, Sie bewegen sich täglich in einem unsichtbaren Netz aus Botschaften, die exakt auf Ihre Bedürfnisse und Gewohnheiten zugeschnitten sind – so perfekt, dass sie fast unmerklich Ihre Entscheidungen lenken. Genau in diesem Spannungsfeld zwischen digitaler Vernetzung und manipulativer Verführung bewegte sich unser Seminar „Vernetzte Verführungen – Wie wir uns gegen die Dark Arts der Konsumindustrie wehren können?“.

Unter der fachkundigen Leitung von Prof. Dr. Jörg Tropp erhielten wir tiefgehende Einblicke in die Mechanismen und Strategien, die hinter den modernen Verführungstechniken der Konsumindustrie stehen. Das Seminar widmete sich umfassend der Frage, wie moderne Werbe- und Kommunikationsstrategien gezielt eingesetzt werden, um unsere Entscheidungen zu beeinflussen. Es ging dabei nicht um eine pauschale Kritik der Konsumindustrie, sondern um ein differenziertes Verständnis: Wir, als Verbraucher, tragen mit unserem Verhalten einen Teil der Verantwortung und haben zugleich die Möglichkeit, durch informierte Entscheidungen unsere Verbrauchersouveränität zu stärken. Der Ansatz des Seminars war es, die vielschichtigen Prozesse der digitalen und analogen Verführung zu entwirren. Dabei wurde deutlich, dass die Vernetzung in der Konsumindustrie ein zweischneidiges Schwert darstellt: Sie ermöglicht nicht nur individuell angepasste Angebote, sondern birgt auch Risiken der Manipulation und des unbewussten Einflusses. Jörg Tropp präsentierte uns ein breites Spektrum an theoretischen Grundlagen und praktischen Beispielen, die den Weg der „Dark Arts“ in der Werbung aufzeigen. Es wurde gezeigt, wie ein Netzwerk aus Produzenten, Vermittlern, Konsumenten und Kommentatoren einen dynamischen Sinnzusammenhang bildet, der die gesamte Werbewelt prägt. Dabei wurde das Konzept der Verbrauchersouveränität als Fähigkeit definiert, bewusste und wissensbasierte Entscheidungen zu treffen – ein Ideal, das oft durch das Attitude-Behavior Gap erschwert wird. Das Attitude-Behavior Gap bezeichnet die Diskrepanz zwischen dem, was wir sagen und glauben, und dem, was wir tatsächlich tun. Obwohl wir oft wissen, welche Entscheidungen sinnvoll wären, handeln wir aus Bequemlichkeit oder Gewohnheit oft anders.

Das Seminar beleuchtete zudem, wie Faktoren wie Knappheit, soziale Bewährtheit, Reziprozität und Autorität auf der affektiven, unterbewussten Ebene wirken und es der Konsumindustrie ermöglichen, unser Verhalten zu steuern, ohne dass wir es unmittelbar wahrnehmen. Eine zentrale Erkenntnis war, dass heutige Werbestrategien auf einer umfassenden Vernetzung basieren, die individuelle Lebenswelten, mediale Inhalte und gesellschaftliche Werte geschickt miteinander verknüpft. So kommen Techniken wie Influencer Marketing, Behavioural Targeting, Customer Journey Management sowie biometrisches Targeting zum Einsatz, um den Verbraucher an mehreren Berührungspunkten gleichzeitig anzusprechen. Besonders eindrucksvoll war der Vergleich zwischen traditioneller Werbung und den Dark Arts moderner digitaler Techniken, der das Phänomen des „faulen Kontrolleurs“ verdeutlichte – jenes Verhalten, bei dem wir aus Bequemlichkeit oder Gewohnheit unreflektierte Entscheidungen treffen, obwohl wir um die manipulativen Einflüsse wissen.

Hamza Aly

Hamza Aly | Stipendiat, Elektro- und Informationstechnik (Bachelor), Hochschule Düsseldorf

»Der interaktive Austausch und die praktischen Übungen haben meine Perspektive auf den eigenen Konsum grundlegend verändert […].«

Im praktischen Seminarteil wurden mithilfe von KI-gestützten Analysen Lösungsansätze erarbeitet, um dem Einfluss der Dark Arts zu begegnen. Dabei stand die Frage im Raum, ob es realistisch ist, dass wir uns gegen diese manipulativen Techniken wehren und unsere Souveränität zurückgewinnen können. Die Ergebnisse regten zu einem intensiven Austausch an und lieferten wertvolle Impulse, wie wir bewusster konsumieren können. Das Seminar bot weit mehr als reines Fachwissen: Es schuf ein neues Bewusstsein im Umgang mit digitaler Werbung und manipulativen Marketingstrategien. Wir lernten, wie wichtig es ist, die Kontrolle über unsere persönlichen Daten zu behalten und alternative, datensparsame Dienste zu nutzen, und wie eine kritische Medienkompetenz uns befähigen kann, Werbebotschaften zu hinterfragen und informierte Konsumentscheidungen zu treffen.

Der interaktive Austausch und die praktischen Übungen haben meine Perspektive auf den eigenen Konsum grundlegend verändert, sodass ich nun nicht nur passiv den Einfluss der Konsumindustrie hinnehmen, sondern aktiv und informiert Gegenmaßnahmen ergreifen kann. Das Seminar war somit ein eindrucksvoller Weckruf in einer Welt, in der digitale Vernetzung und personalisierte Werbung allgegenwärtig sind. Es vermittelte nicht nur fundiertes Wissen über die Funktionsweisen moderner Verführungstechniken, sondern auch praxisnahe Ansätze, um unsere Verbrauchersouveränität zu stärken. Die gewonnenen Erkenntnisse haben meinen Blick auf die Konsumwelt nachhaltig verändert: Ich weiß nun, dass informierte Entscheidungen und kritischer Konsum zentrale Werkzeuge sind, um den manipulativen Dark Arts der Werbewelt zu begegnen. Mit einem erweiterten Methodenkoffer und einem gestärkten Selbstbewusstsein blicke ich optimistisch in die Zukunft – bereit, aktiv Einfluss zu nehmen und meine persönliche Datenautonomie zu wahren.

Stipendiat und Jurastudent Niels Bandelow hat ein Auslandsjahr an der Ritsumeikan Universität in Kyoto absolviert. Von seinen Erfahrungen und Herausforderungen sowie den kulturellen Unterschieden zwischen Japan und Deutschland erzählt er in seinem Bericht.

Frau in japanischem Kimono vor der Yasaka-Pagode in Kyoto, Japan

Bild: www.freepik.com / tawatchai07

Erfahrungsbericht

von Niels Bandelow

Wenn man an Japan denkt, hat man einige Bilder im Sinn – sei es komplizierte Schriftzeichen, bunte Anime oder köstliches Sushi. Für viele bleibt das Land aber ein Rätsel. So ging es auch mir, als ich zu meinem Auslandsjahr nach Kyoto aufbrach. Und manchmal geht es mir, selbst nach einem Jahr vor Ort, auch heute noch so.

Im vergangenen Jahr habe ich für zwei Semester an der Ritsumeikan University in Kyoto studieren, mit Fokus auf einen Intensivsprachkurs. Was ich schnell merkte: Japan ist ein Land der Widersprüche. Einerseits ist es für seine moderne Infrastruktur und innovative Technik bekannt, andererseits tief in Traditionen verwurzelt. Gerade in Kyoto – der „Kulturhauptstadt“ Japans – stehen jahrhundertealte Tempel und Schreine mitten zwischen Hochhäusern. Doch diese Widersprüche zeigten sich nicht nur im Stadtbild, sondern auch im gesellschaftlichen Leben. Die japanische Kultur zeichnet sich durch ein hohes Maß an Respekt und Zurückhaltung aus, was die zwischenmenschliche Nähe, selbst unter engen Freunden, oft einschränkt. Gerade als Ausländer fühlte ich mich immer etwas außerhalb der Gesellschaft. Auf der anderen Seite habe ich große Hilfsbereitschaft von Japaner*innen erfahren, immer wenn ich darauf angewiesen war.

Überrascht hat mich die große Faszination vieler Japaner*innen für Deutschland. Einige Studierende lernen sogar Deutsch als zweite oder dritte Fremdsprache und planen in der Zukunft einen Auslandsaufenthalt in Deutschland. Alltäglich begegnete ich vermeintlich deutschen Produkten – von Frankfurter Würsten über Bier und Glühwein bis hin zu Baumkuchen, der in Japan ausgesprochen beliebt ist.

Die größte Herausforderung war jedoch die Sprachbarriere. Ich war es aus meinem akademischen Umfeld gewöhnt, dass nahezu jeder fließend Englisch spricht. Das war in Japan völlig anders: Selbst an der Universität beherrschten die Studierenden und Lehrenden kaum Englisch – und umgekehrt wir ausländischen Studierenden kaum Japanisch. Ich hatte bereits zur Vorbereitung einige Semester lang einen Japanisch-Sprachkurs an meiner Heimatuniversität besucht. Trotzdem stieß ich anfangs selbst bei ganz einfachen Gesprächen schnell an meine Grenzen. In den ersten Wochen lernte ich aber schnell die notwendigen Ausdrücke, um durch den Alltag zu kommen – viel lief auch über nonverbale Kommunikation. Eine besondere Schwierigkeit stellten die sogenannten „Kanji“ dar, also die japanischen Schriftzeichen. Hiervon gibt es in der japanischen Sprache je nach Zählung circa 50.000 Stück, von denen jedoch glücklicherweise „nur“ noch knapp 3.000 verwendet werden. Jedes Schriftzeichen repräsentiert eine Bedeutung oder Idee, kann aus bis zu 30 einzelnen Strichen bestehen und hat mehrere Lesarten, die je nach Kontext variieren.

Niels Bandelow

Niels Bandelow | Stipendiat, Rechtswissenschaften (Staatsexamen), Universität Freiburg

»Japan ist ein Land der Widersprüche.«

Besonders positiv im Gedächtnis geblieben sind mir die Begegnungen mit Einheimischen. In kleinen Teehäusern oder Geschäften ergaben sich oft unerwartete Gespräche. Ein besonders einprägsames Erlebnis war der Besuch eines traditionellen Teeladens, dessen Besitzer sich freute, dass mein Freund und ich uns auf Japanisch verständigen konnten. Er lud uns ein, seinen kaltgebrühten Grüntee zu probieren, und unterhielt sich über eine Stunde mit uns über sein Leben und unsere kulturellen Erfahrungen mit Japan. Solche Erfahrungen haben mir gezeigt, wie wertvoll es sein kann, eine neue Sprache zu lernen und in eine fremde Kultur einzutauchen.

Die Rückkehr aus Japan war dafür umso schwieriger. In den ersten Tagen und Wochen musste ich mir aktiv abgewöhnen, mich zur Begrüßung zu verbeugen. Auch die Landessprache stellte sich als Umgewöhnung heraus – nach Monaten, in denen einfache Gespräche im Supermarkt eine kleine Herausforderung waren, fühlte sich die Leichtigkeit der Kommunikation in Deutschland fast ungewohnt an.

Im Ausland habe ich nicht nur eine neue Sprache und Kultur kennengelernt, sondern auch Freunde fürs Leben und eine zweite Heimat gefunden. Vor allem hat mich Japan aber gelehrt, dass Mut sich auszahlt. Es hat mich viel Energie gekostet, mich im Alltag zurechtzufinden, und jedes Gespräch war eine Überwindung. Aber jedes Mal, wenn ich meine Komfortzone verließ, bin ich daran gewachsen. Für diese Erfahrungen bin ich unglaublich dankbar und ich kann nur dazu ermutigen, die eigene Komfortzone hin und wieder zu verlassen.

Begegnen. Begleiten. Bewegen. Unter diesem Motto engagiert sich die Initiative Frankfurter Stiftungen e.V. zusammen mit seinen Mitgliedsstiftungen für Frankfurt und sein Umland. Auch die Dr. Arthur Pfungst-Stiftung ist Mitglied der Initiative. Im März fand die Mitgliederversammlung in den Räumen der Stiftung statt. Dies möchten wir zum Anlass nehmen, um das Netzwerk und seine Aktivitäten näher vorzustellen.

Mitgliederversammlung der Initiative Frankfurter Stiftungen März 2025 in der Dr. Arthur Pfungst-Stiftung
Mitgliederversammlung der Initiative Frankfurter Stiftungen im März 2025 in der Dr. Arthur Pfungst-Stiftung.

Die Initiative Frankfurter Stiftungen (IFS) besteht seit 1993, seit 1997 als eingetragener Verein, und versteht sich als Netzwerk von Stiftungen in Frankfurt und dem umliegenden Rhein-Main-Gebiet. Alle Mitglieder eint ein besonderes Engagement für das Frankfurter Stiftungswesen, das eine lange Tradition hat. Keine andere deutsche Stadt ist im Verhältnis zur Größe ähnlich vom Stiftungsgedanken geprägt wie Frankfurt. Erste Stiftungsaktivitäten sind erstmals für das Jahr 880 dokumentiert. Verstetigt haben sich die Stiftungsgründungen ab dem Ende des 13. Jahrhunderts. Im 19. Jahrhundert tritt immer mehr bürgerlicher Gemeinsinn in den Vordergrund. Der Erste Weltkrieg und die Auflösung der gerade in Frankfurt zahlreichen jüdischen Stiftungen nach 1933 sowie der 2. Weltkrieg haben das blühende Stiftungswesen Frankfurts nachdrücklich geschädigt. Seit den 1970er Jahren gibt es wieder eine rege Gründungstätigkeit und viele neue gemeinnützige Stiftungen.

Initiative Frankfurter Stiftungen – Bild freepik frimufilms

Bild: www.freepik.com / frimufilms

Über 650 Stiftungen sind derzeit mit ihrem Sitz in Frankfurt am Main registriert.

Traditionen zu bewahren und gleichzeitig Zukunft zu gestalten, das ist ein zentrales Anliegen der IFS. Mit dem aktuellen „Bahnhofsviertel-Projekt“ beispielsweise engagieren sich zahlreiche Mitgliedsstiftungen für die Förderung und Stärkung der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit im Frankfurter Bahnhofsviertel. Das Projekt läuft bis 2027. Der Frankfurter Stiftungsdialog, stets in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, bietet zudem jedes Jahr die Möglichkeit für Vertreterinnen und Vertreter von Stiftungen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zusammenzukommen und gemeinsam Lösungen für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu diskutieren und zu entwickeln. So fand beispielsweise der Frankfurter Stiftungsdialog 2024 unter dem Motto „Große Herausforderungen! Demokratie und Teilhabe gemeinsam gestalten“ statt. An verschiedenen Thementischen zu Themen wie „Demokratie und Wirtschaft“ sowie „Demokratie und TikTok“ wurden konkrete Ideen zur Stärkung demokratischer Werte entwickelt. Darüber hinaus bietet die Initiative Frankfurter Stiftungen verschiedene Veranstaltungen und Gesprächsrunden für und von Mitgliederstiftungen an, z.B. zu Nachhaltigkeit und Finanzen, Digitalisierung, Social Media, Datenschutz und weitere.

Für die Dr. Arthur Pfungst-Stiftung ist die Mitgliedschaft in der Initiative Frankfurter Stiftungen eine sehr gute Möglichkeit, sich mit anderen Stiftungen vor Ort auszutauschen und gemeinsam aktiv zu sein. Im Herbst 2024 hat die Dr. Arthur Pfungst-Stiftung für die IFS eine Umfrage im Kreise der Mitglieder der IFS zum Thema Demokratie auf den Weg gebracht. Ziel der Umfrage war es, die Aktivitäten der beteiligten Stiftungen zur Förderung der Demokratie zu erheben mit dem Ziel, weitere Projekte in diesem Themenfeld auszubauen oder zu initiieren. Am 25. März 2025 fand zudem die Ordentliche Mitgliederversammlung der Initiative Frankfurter Stiftungen e. V. in den Räumen der Dr. Arthur Pfungst-Stiftung statt.